Ali, der Monat Muharrem und die Heiligkeit des Muharrem-Fastens

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Dieser Text gehört zu den Schriften von Seyit Derviş Tur Dede über den alevitischen Glauben. Zur allgemeinen Einführung: Was ist das Alevitentum? Glaube, Geschichte und Grundwerte

Verehrte Freundinnen und Freunde der Ehlibeyt (Ahl al-Bayt, die Familie des Propheten)! Der Monat Muharrem ist für die Freunde der Ehlibeyt der Monat des Gottesdienstes und der Trauer.

Er ist uns sehr heilig. Möge der gesegnete Monat Muharrem uns allen Gutes bringen. Ich grüße euch alle mit der Liebe zur Ehlibeyt. An diesem ersten Tag des Muharrem werde ich versuchen, so gut es meine bescheidene Zunge vermag, die heiligen Werte Hz. Alis, des Stammvaters der Zwölf Imame, des Monats Muharrem und des Muharrem-Fastens zusammenfassend darzulegen.

Bismillahirrahmanırrahim. (Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.) Bismişah Allah, Allah: Ich beginne im Namen des erhabenen Allah, des Vergebenden und Richtenden, und mit dem Segen (himmet) Hz. Muhammads und der Ehlibeyt. Allahumme salli ala Seyyidine Muhammed ve ala Ali Seyyidine Muhammed. (O Allah, segne unseren Herrn Muhammad und die Familie unseres Herrn Muhammad.) Laa ilahe illallah, hak birsin Muhammed’e Resulullah Ali yün Veli’yullah, Ehli Bey’i kerem- ullah, şefaat kıl ya Resulullah! (Es gibt keinen Gott außer Allah; Gott ist einer, Muhammad ist der Gesandte Allahs, Ali ist der Freund Allahs, die Ehlibeyt ist die Großmut Allahs – gewähre Fürsprache, o Gesandter Allahs!)

Mein erhabener Allah, der Du über dieses ganze Universum herrschst! Segen und Friede sei Deiner Ehlibeyt, die Du im edlen Koran im 23. Vers der Sure asch-Schura (Şura) und im 33. Vers der Sure al-Ahzab gepriesen hast. Selamullah ya Hüseyin (Gottes Friede sei mit dir, o Hüseyin). Selamullah ya Hüseyin. Selamullah, ihr Märtyrer, die ihr in Kerbela verdurstet gefallen seid:

O mein erhabener Allah! Dank und Lobpreis sei Dir, dass Du uns gewährt hast, dieses Muharrem-Fasten und die Trauer um Kerbela zu halten. Segen und Friede sei Deinen Propheten, Deinen Erenler (vollendeten Gottesfreunden) und Deinen Heiligen (evliya). Mögen die Seelen der Märtyrer von Kerbela durch Dein göttliches Licht erfreut werden. Fluch sei Yezid, seinem Geschlecht und seinem Gedankengut.

Um der Seelen der Märtyrer von Kerbela willen: Lass uns nicht von der Aufrichtigkeit und vom rechten Weg abweichen. Lass unseren Weg nicht den Weglosen und unsere Sache nicht den Ungerechten anheimfallen, o mein Herr!

Um dieses heiligen Tages willen: Weise uns, Deine gläubigen, muslimischen Diener, die in diesem Kreis ihr Fasten gehalten, vor Dir die Hände geöffnet, gebetet, um Vergebung gebeten und Dir ihre Bitten und Wünsche vorgetragen haben, nicht mit leeren Händen von Deiner Gegenwart zurück, o mein Herr!

O mein erhabener Allah! Wir sind Deine Diener, die Gemeinde (Ümmet) Hz. Muhammads, die Ergebenen der Ehlibeyt; nur Dir dienen wir, nur von Dir erwarten wir Hilfe, nur Dich bitten wir um Vergebung. Wenn wir wissentlich oder unwissentlich Dir gegenüber einen Mangel oder eine Auflehnung begangen haben, so vergib uns um Deines Namens willen, der Du der Allerbarmer und der Barmherzige bist, o mein Herr!

O mein erhabener Allah, der Du dieses Universum erschaffen hast! Verwandle den Hass all dieser unserer Menschen in Liebe, ihre Gier in Barmherzigkeit, ihre Feindschaft in Frieden, und gewähre ihnen, in einer Atmosphäre der Freundschaft geschwisterlich zu leben, o mein Herr!

Um der Ehre der Drei, der Fünf, der Sieben, der Zwölf Imame, der Vierzehn reinen Unschuldigen (14 Masum-u Pak), der Siebzehn Kemerbest (Gegürteten) und der Vierzig willen: Mach uns weder von Würdigen noch von Unwürdigen abhängig. Gewähre uns reichlichen Lebensunterhalt auf erlaubtem Weg, o mein Herr! Um der teuren Seele Hünkâr Hacı Bektaş Velis willen: Gib uns keinen Kummer, für den wir vergeblich nach Heilung suchen müssen; gib unserem Kummer Heilung, unseren Kranken Genesung, unseren Seelen Gesundheit und unserem Heim Glück, o mein Herr!

Um der teuren Seelen der Erenler und der Heiligen willen: Nimm das Fasten, das wir gehalten haben, die Lokma-Gaben, die wir gegeben haben, und die Gebete, die wir gesprochen haben, in Deiner herrlichen Gegenwart an, o mein Herr! Lass unsere Mühen nicht vergeblich sein. Schließe uns nicht aus von der Fürsprache Hz. Muhammads, von der Gefolgschaft und vom Anblick der Ehlibeyt, von ihrem Weg und ihrem Erkân (Ritualordnung), o mein Herr! Das Fasten, das wir gehalten haben, und die Gebete, die wir gesprochen haben, widmen wir den Seelen Hz. Muhammads und seiner Ehlibeyt. Nimm sie in Deiner herrlichen Gegenwart an. Erleuchte die Seelen der Märtyrer von Kerbela mit Deinem göttlichen Licht und belohne sie mit Deiner Fürsprache, o mein Herr! Selamullah ya Hüseyin, selamullah ya Hüseyin, selamullah, ihr Märtyrer, die ihr in Kerbela verdurstet gefallen seid. Nuri nebi, keremi Ali, gülbangi Muhammedi. (Das Licht des Propheten, die Großmut Alis, das Gebet Muhammads.) Das Wort sei von uns, der Segen von Hz. Hüseyin, die Hilfe vom erhabenen Allah. Gerçeğe Hüü, Mümine ya Ali. (Hu für die Wahrheit, ya Ali für den Gläubigen.)

Der heilige Wert Hz. Alis:

Hz. Ali ist der Veliyullah (Freund Gottes), der im Inneren der Kaaba geboren wurde. Warum lieben die Aleviten Hz. Ali so sehr? Zunächst ist er der Sohn des Onkels Hz. Muhammads. Vom selben Geschlecht, vom selben Blut, ist er der Ruh-u Veliyullah (die Seele des Gottesfreundes), der im Inneren der Kaaba, des Hauses Allahs, zur Welt kam. Und von seiner äußeren Seite her: Hz. Muhammad hat ihn mit eigener Hand großgezogen und erzogen. Sein Wissen hat er von Hz. Muhammad empfangen. Was Hz. Muhammad über Hz. Ali gesagt hat und wer Hz. Ali war, findet ihr bei allen islamischen Historikern, wenn auch in unterschiedlichen Formulierungen. Der 67. Vers der Sure al-Maida (Maide), der in der Gegend von Gadir Hum (Ghadir Khumm) herabkam, erteilt folgenden Befehl: „O Prophet! Verkünde, was dir von deinem Herrn herabgesandt wurde. Wenn du dies nicht tust, hast du seine Botschaft nicht ausgerichtet. Allah schützt dich vor den Menschen. Wahrlich, Allah gibt den Ungläubigen keine Gelegenheit.“

Auf diesen von Allah gesandten Befehl hin ernennt Hz. Muhammad Hz. Ali zum Kalifen, Stellvertreter und Testamentsvollstrecker (Vasi) der Religion des Islam nach ihm. Dieses Ereignis hatte ich in meiner vorigen Ansprache ausführlich geschildert. Seht, was dieser kurze Text aus der Predigt von Gadir Hum (Kadiri Hum) sagt:

„O ihr Menschen! Wisset, dass Allah mein Mevla (Herr) ist. Und ich bin der Mevla aller Gläubigen. Wessen Mevla ich bin, dessen Mevla ist auch Ali. Wer Allah liebt, der liebt mich. Wer mich liebt, der liebt auch Ali. Wer Allah feind ist, der ist auch mein Feind. Wer mir feind ist, der ist auch Ali feind. O Herr! Liebe Du, wer Ali liebt. Sei Du feind, wer Ali feind ist. Hilf Du, wer Ali hilft. Verachte Du, wer Ali verachtet und beleidigt. Alis Fleisch ist von meinem Fleisch. Alis Blut ist von meinem Blut. Ali ist in mir, ich bin in Ali. Die Wahrheit (Hak) ist stets mit Ali. Denn er vertritt zusammen mit mir meine Ehlibeyt. O Herr! Schütze Du ihn vor allem Übel.“ Diese und ähnliche Predigten wurden gemäß dem Befehl des 67. Verses der Sure al-Maida verkündet. Das heißt, dass Hz. Ali das Amt von Hz. Muhammad auf Allahs Befehl übernommen hat.

Sure asch-Schura, Vers 23: Mein Geliebter, sage deiner Gemeinde: Dafür, dass ich euch diese wahre Religion gebracht habe, verlange ich von euch keinen Lohn. Ich verlange nur reine Liebe und Treue (Biat) zu meiner Ehlibeyt. Gott vergibt denen, die auf Seinem Weg gehen, und erweist ihnen Wohltaten.

Sure Al Imran, Vers 110: „O Ehlibeyt Muhammads! Ihr seid eine gute Gemeinde, die für die Menschen hervorgebracht wurde, die das Rechte gebietet, vom Schlechten abhält und an Allah glaubt. Hätten die Leute der Schrift geglaubt, wäre es für sie besser gewesen.“

Bedenken wir nun: Unser Prophet hat über Ali so viele lobende, wertvolle Worte gesagt, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann. Eines Tages fragen die Gefährten Hz. Muhammad: „O Muhammad, nach dir – von wem und woher sollen wir das Wissen des Islam lernen?“ Seht, was Hz. Muhammad sagt: „Ich bin die Stadt des Wissens, Ali ist ihr Tor. Wer zu mir kommen und Wissen lernen will, der gehe zuerst zu Ali.“ 24 Artikel der Erlasse, die Hz. Ali während seines Kalifats an seine Statthalter schrieb, wurden wörtlich in die europäische Allgemeine Erklärung der Menschenrechte übernommen.

Wenn ihr das Buch „DER IMAM“ untersucht, das die Professoren geschrieben haben, die die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verfasst haben – seht, was die Professoren, die es schrieben, über Hz. Ali sagen: „Die islamische Welt hat Ali falsch dargestellt. Als wir Ali untersuchten, zeigte sich, dass er ein Philosoph war, so aufgeklärt und gerecht, dass er von jenem Tag bis heute Licht spendet.“ Der alevitische Glaube ist mit Hz. Ali entstanden, und seine Zugehörigkeit gehört Ali. Wenn ihr nach der Identität (künye) des Alevitentums fragt: Es ist Hz. Ali.

Hz. Ali in Bezug auf Glauben und Wissen als gleichwertig mit den anderen Kalifen oder mit Muawiya anzusehen, ist Verrat und Leugnung an der von Hz. Muhammad gebrachten Religion des Islam. Wenn jemand das unwissentlich tut, möge Allah ihm vergeben. Tut er es aber wissentlich, so muss man an seinem Glauben und seiner Glaubenstreue zweifeln. Solche Menschen kann man – ganz zu schweigen davon, sie Islam zu nennen – nicht einmal Muslime nennen. Sehen wir uns nun noch an, wie Hz. Mevlana (Rumi) Hz. Ali beschreibt.

KASIDE-NAT-I ALI – Lobgedicht auf Ali (von Hz. Mevlana)

Ich beginne im Namen des barmherzigen Gottes, der sich aller erbarmt. Jener offenbarende Imam, jener Freund Gottes, ist die Sonne des Daseins der Menschen der Reinheit (sefa ehli). Das Wesen jenes Imams, der auf Erden, im Himmel, im Raum und in der Zeit mit Gott (Hak) besteht, ist notwendig durch innere und äußere Reinheit gekennzeichnet. Denn er ist von Unglauben und Heuchelei befreit, er ist rein. Seine Wohnstätte ist die Welt der Einheit. Er steht außerhalb der weltlichen und menschlichen Eigenschaften. Er war wie die Wahrheit und die Seele des Menschen. Alles ist vergänglich, doch die Seele lebt und stirbt nicht. Seine Bewegung kommt von dem urewigen Sein, das aus sich selbst lebendig ist. Er kreist im Umkreis der Ewigkeit (beka). Seine Geschöpfe sind bleibend wie das Wesen des Schöpfers. Die erhabenen Eigenschaften Gottes sind die Eigenschaften Alis. Im Inneren der Kaaba nahm er menschliche Gestalt an und kam als Ali zur Welt. Die Eigenschaften Gottes sind ohnehin nicht getrennt. Er hat sich an das Wesen Gottes geheftet und ist zu ihm geworden. Gibt es nicht jenen verborgenen Schatz des Lahut (Lâ Ut, der göttlichen Sphäre), von dem du gehört hast? Er ist es.

Denn er ist von Gott her, durch Gott erschienen. Das Gut jenes Schatzes war unerschöpfliches Wissen. Und mit jenem Wissen ist der erhabene Ali gemeint. Die Weisheit Gottes kann außer ihm niemand kennen. Denn er ist der Weise, er ist der Wissende aller Dinge. Der Erste ohne Anfang war er. Der Letzte ohne Ende wird auch er sein. Er war es, der den Propheten half, und er ist wahrhaftig auch das sehende Auge der Gottesfreunde. Der lichtvolle Glanz seines Antlitzes schuf in seinem eigenen Licht eine Sonne.

Er ist mit Gott; Gott zeigt sich durch ihn. Bei Gott, er ist mit Gott ewig. Die Erde Adams war in seinem Licht. Deshalb wurde er zur Krone der Engel. Die Namen Allahs traten durch ihn hervor. Dank dem Wissen jenes reinen und erhabenen Imams verstand Adam alle Dinge. Weil jenes Licht das Licht des einzigen Schöpfers ist, warf sich das Reich der Engel (Melekût) vor ihm nieder. Ja, gewiss erkannte Adam durch das Licht jenes Imams alle göttlichen Namen. Seth (Şit) sah in sich das Licht Alis und erkannte die erhabene Welt.

Noah (Nuh) fand alles, was er begehrte, stets durch ihn, bis er sich zur erhabenen Stufe erhob. Wieder durch ihn fand der gerettete Noah im Strom die Flut des Eifers und wurde vom Unheil befreit. Der Prophet Halil (Abraham) gedachte seiner in Freundschaft, und das Feuer wurde ihm zur roten Tulpe. Nimrods Feuer wurde jenem Freund Allahs ganz zu Rosen, Narzissen und Tulpen. Wieder war er es, der nach seinem Willen sein eigenes Schaf für Ismail als Opfer darbrachte. Josef (Yusuf) gedachte seiner im Brunnen und fand den Thron, der das Reich der Herrschaft schmückt. Jakob (Yakup) klagte vor ihm, nahm den Duft Josefs wahr, und seine Augen öffneten sich.

Mose (Musa), der Sohn Imrans, sah sein Licht und war lange Nächte hindurch voller Staunen. Vierzig Nächte war er außer sich; er versank in die Wonne der Vereinigung und der Begegnung. Dann sprach er: O Herr! Gib mir ein Zeichen dieser Gnade. Gott sprach zu ihm: Siehe, ich habe dir die Yed-i Beyza, die lichtvolle Hand, gegeben. Wieder ist es die Liebe zu Ali, die Maria (Meryem) Gefährtin wurde, und so kam Jesus (İsa) zur Welt. In der Scharia ist er das Tor zur Stadt des Wissens. In der Wahrheit (hakikat) aber ist er der Herr der beiden Welten. Der Sultan der beiden Welten, Muhammad, sah auf der Stufe der Nähe zu Gott, am heiligen Ort der Vereinigung mit Allah, sein Geheimnis. Er hörte die Rede Alis von Ali. An jenem Ort, an dem man mit Ali eins wird, findet sich niemand außer Ali.

Diejenigen, die auf Allahs Weg gehen, sind Suchende; Ali ist der Gesuchte. Die Redenden reden und verstummen. Er verstummt nicht, er redet. Das ewige Wissen leuchtete in seiner Brust auf und wurde sichtbar. Die Geheimnisse dessen, was offenbart wurde, kannte er als Wahrheit und tat sie kund. Er rief den Gemeinden zu: „Auf Allahs Weg ist Ali euer Führer.“ Diejenigen, deren Inneres gegenüber Allah aufrichtig ist, haben ihr Antlitz ihm zugewandt; er ist der Schah. Er ist der, der den rechten Weg weist, er ist der Herr. Er war im Geheimnis aller Propheten. Seine Hoheit Mustafa sagt: „Er war offen mit mir zusammen.“ In der Religion war er der Erste und der Letzte. Mit Allah war er innig verbunden.

Dies habe ich gesagt, damit du die Feinheit dieses erhabenen Sinnes erfährst und zur erhabenen Velayet (Gottesfreundschaft) gelangst. Dir soll offenkundig bekannt sein, dass er es ist, der wahrhaft erhaben ist. O werter Herr (efendi)! Streite nicht vergeblich mit mir; es ist so, die Wahrheit ist diese: Wir alle sind Stäubchen, die Sonne ist er. Wir alle sind Tropfen, das Meer ist er. Denn Gott beschreibt sich im Koran selbst als Ali (der Erhabene).“(*) Indem „Mevlana“ Hz. Ali so beschreibt, bringt er seine Darstellung mit Dank und Lobpreis zum Ausdruck.

So erhaben also ist die Tugend Alis. Nun, ich überlasse es wieder dem Gewissen meiner Leserinnen und Leser: Kann ein solcher Hz. Ali den anderen Kalifen oder den Gefährten gleichgestellt werden? Wenn es Religionslosigkeit ist, Ali zu lieben, dann seien Erde und Himmel Zeugen: Ich bin ein Religionsloser, Sohn eines Religionslosen. Ich weiß nicht, ob ich es verständlich machen konnte?

Darum lieben die Aleviten Hz. Ali mehr als die anderen Kalifen und Gefährten. Ich möchte euch fragen: Soll man die Ehlibeyt, die Hz. Muhammad so sehr gepriesen hat und über die im Koran Verse herabkamen, und Ali, ein Mitglied der Ehlibeyt, etwa nicht lieben? Wie Mevlana sagt: „Er ist der Veliyullah, der mit Gott zu Gott geworden ist.“ Darum sind der Hauptbaumeister des alevitischen Glaubens Hz. Ali und die Ehlibeyt. In ihren Gottesdiensten, Gebeten und Gülbanks (rituellen Segensgebeten) gedenken die Aleviten stets zusammen mit Hz. Muhammad Hz. Alis, der Ehlibeyt und der Zwölf Imame.

Quelle

(*) Das Werk „Ausgewählte Gedichte aus dem Divan-ı Kebir“ von Hz. Mevlana wurde von Herrn Mithat Bahari aus dem Persischen ins Türkische übersetzt. Es wurde mit Anordnung Nr. 19622 der Publikationsdirektion des Ministeriums für Nationale Bildung vom 10.07.1963 in der Reihe „Klassiker des östlichen Islam“ (Şark İslam Klasikleri Serisi) in zweiter Auflage mit 5000 Exemplaren gedruckt. Alle Druck- und Veröffentlichungsrechte liegen beim Ministerium für Nationale Bildung. Diese Kaside Nat-ı Ali steht im Teil „Ausgewählte Gedichte“ dieses Buches auf den Seiten 3–5.

Die Heiligkeit des Monats Muharrem

Der Monat Muharrem ist der erste Monat des Hidschra-Kalenders. Im Persischen nennt man den zehnten Tag „Aşure“ (Aschura). Aşure bedeutet „zehn“. Im alevitischen Glauben gibt es ein zehn- oder zwölftägiges Muharrem-Fasten, das mit dem Ereignis von Kerbela verbunden ist. Dieses Fasten und die Trauer (Matem) um Kerbela sind so sehr miteinander verschmolzen, dass viele Aleviten dieses Fasten halten. Die Trauer halten sie zusammen mit dem Fasten. Doch sie wissen nicht, dass beide unterschiedliche Eigenschaften haben. Gefragt, sagen sie, sie hielten sowohl das Fasten als auch die Trauer, um den Schmerz der Märtyrer von Kerbela zu erleben und lebendig zu halten. Sie können nicht unterscheiden, was sie wofür tun; deshalb will ich in dieser Darstellung zu erklären versuchen, was wir wofür tun.

Nach den historischen Quellen war der zehnte Tag (Aşure) des Monats Muharrem lange vor dem Islam ein gemeinsamer Wert, der von den Völkern der Araber, Israeliten und Perser als heilig betrachtet wurde. Die Geschichtswerke begründen den Wert und die Heiligkeit dieses Tages damit, dass an ihm viele Propheten Rettung und Heil fanden. Aus Liebe und Glauben an ihre Propheten haben die Menschen diesen Tag geheiligt. Deshalb haben auch die Propheten vor Hz. Muhammad an diesem heiligen Tag gefastet, um dem erhabenen Allah Dank und Lobpreis darzubringen, haben von der Rettungssuppe des Propheten Noah gekocht und die Armen gespeist. Um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, haben sie Wohltaten und Spenden gegeben. Auch Hz. Muhammad und Hz. Ali haben im Muharrem 10 Tage gefastet, ihre Suppe gekocht und Wohltaten gegeben. Alle Geschichtswerke beschreiben die Heiligkeit des Muharrem für die Zeit bis zum Ereignis von Kerbela auf diese Weise.

  1. Ein Tag für den Tag, an dem die Reue des Stammvaters Adam angenommen wurde,
  2. ein Tag für den Tag, an dem der Prophet Abraham (İbrahim) im Feuer Nimrods nicht verbrannte,
  3. ein Tag für den Tag, an dem die Arche des Propheten Noah Land fand,
  4. ein Tag dafür, dass der Prophet Mose sein Volk vor dem Übel des Pharaos rettete, und für seine tausendundein Zwiegespräche mit Allah,
  5. ein Tag für den Tag, an dem der Prophet Jona (Yunus) aus dem Bauch des Fisches gerettet wurde,
  6. ein Tag für den Tag, an dem der Prophet Hiob (Eyüp) Heilung für seine Leiden fand,
  7. ein Tag dafür, dass der Prophet Jakob mit seinem Sohn, dem Propheten Josef, wieder vereint wurde.
  8. Fünf Tage dafür, dass Imam Zeynel Abidin in Kerbela lebend gerettet wurde. Damit werden es um der Liebe zu den Zwölf Imamen willen 12 Tage.

Das im Muharrem gehaltene Fasten! Es ist ein Fasten des Dankes und Lobpreises dafür, dass alle früheren Propheten Rettung und Heil fanden und dass mit der lebenden Rettung Imam Zeynel Abidins in Kerbela die Nachkommenschaft der Ehlibeyt in der Welt fortbesteht. Das Fasten ist der heiligste Gottesdienst.

Gewiss gibt es noch viele weitere Tage, an denen Propheten Rettung und Heil fanden. Doch dies sind die Werte, die uns die historischen Quellen überliefern. Zusammen mit diesem Dankesfasten, das vom 1. bis zum 12. Muharrem gehalten wird, halten wir auch die Trauer. Unter den 72 Märtyrern, die in Kerbela gefallen sind, gehören 19 – von Hz. Hüseyin bis zum sechs Monate alten Ali Asgar – zur Nachkommenschaft der Ehlibeyt. Sie wurden am 10. Muharrem zu Märtyrern gemacht, dem Tag, den der Koran heilig nennt. So halten wir zusammen mit dem Dankesfasten im Muharrem auch die Trauer um die Märtyrer von Kerbela. Sehen wir, was der Koran über den 10. Muharrem sagt: Sure ar-Rahman, Vers 39. Dieser Vers kam vor der Hidschra in Mekka herab. „An jenem Tag wird weder ein Mensch noch ein Dschinn nach seiner Schuld gefragt“, sagt er. Nachdem in Mekka die Sure ar-Rahman herabgekommen war, hielten Hz. Muhammad und Hz. Ali ihr Fasten vom ersten bis zum zehnten des Monats Muharrem. Sie kochten Noahs Rettungssuppe und gaben Wohltaten und Spenden.

Dieser Vers legt die Heiligkeit des 10. Muharrem, des Aschura-Tages, klar und deutlich dar. Für die Aleviten hat der 10. Muharrem noch eine zweite Heiligkeit. Das Ereignis von Kerbela geschah genau an diesem heiligen 10. Muharrem. Die Aussage des 39. Verses der Sure ar-Rahman: „An jenem Tag werden weder die verstorbenen Menschen noch die Dschinn befragt“ ist offenkundig. Und genau an jenem bezeichneten heiligen Tag wurden die geliebten Enkel unseres Propheten zu Märtyrern gemacht.

Aus diesem Grund hat der zehnte Muharrem, die Heiligkeit der Trauer, im Herzen der Aleviten einen Wert, den wir mit Worten nicht ausdrücken können. Deshalb sind die Tage vom 1. bis zum 13. Muharrem Tage der Trauer und Klage. Zusammen mit der Trauer zum Gedenken an die Märtyrer von Kerbela wird zehn oder zwölf Tage lang ein Dankesfasten gehalten. Der erste Grund dieses Fastens ist das Gedenken an die oben beschriebenen Propheten. Ein zweiter Grund ist, dass, während in Kerbela alle männlichen Mitglieder der Ehlibeyt zu Märtyrern gemacht wurden, der älteste Sohn Hz. Hüseyins, Imam Zeynel Abidin, lebend gerettet wurde, weil er schwer krank war und sein Vater ihm die Erlaubnis nicht gab. Die Imame und Seyyids, die Nachkommen des Propheten, setzten sich von Imam Zeynel Abidin her fort. Als Gottesdienst, in dem man Allah Dank und Lobpreis dafür darbringt, dass die Nachkommenschaft Hz. Muhammads und der Ehlibeyt in der Welt fortbesteht, wird um der Liebe zu den Zwölf Imamen willen zwölf Tage lang das Dankesfasten gehalten.

Das heißt: Die Aleviten verrichten den Gottesdienst des Fastens sowohl als Dank und Lobpreis dafür, dass die Propheten Rettung und Heil fanden, als auch dafür, dass die Nachkommenschaft des Propheten in der Welt nicht abriss, sondern fortbestand. Bis hierher haben wir erzählt, mit welchem Glauben und welcher Überzeugung die Aleviten an die Ereignisse im Monat Muharrem glauben. Sehen wir uns nun auch den Koran an: Was sagt der Koran über das Muharrem-Fasten?

Die Heiligkeit des Muharrem-Fastens nach dem edlen Koran

Der 183. Vers der Sure al-Baqara (Bakara) sagt wörtlich: „O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch an gezählten Tagen vorgeschrieben worden, so wie es den Leuten der Schrift vor euch vorgeschrieben wurde, damit ihr euch davor hütet, euch Allah zu widersetzen.“

Vers 184: „Wer von euch krank oder auf Reisen ist, der soll eine gleiche Anzahl von anderen Tagen fasten wie die Tage, die er nicht fasten konnte. Wer eine Entschuldigung hat, nicht zu fasten, wer es nicht aushält, soll für jeden Tag ein Lösegeld (Sadaka) geben, das ausreicht, einen Armen zu speisen. Wer Gutes tut, dem kommt dieses Gute selbst zugute. Dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet.“

Hz. Mevlana berichtet im Mesnevi, Band 2, Seite 460, „Die Legenden der Wissenden (Arifler)“ Folgendes: „Der Befehlshaber der Gläubigen, Hz. Ali – möge Gott mit ihm zufrieden sein –,

war beim zehntägigen Aschura-Fasten Hz. Muhammad Mustafa gefolgt. Hz. Ali aß wie der Prophet auch in den Fastennächten überhaupt nicht. Hz. Muhammad sah Hz. Ali an und bemerkte an ihm Zeichen der Schwäche. Daraufhin sagte er zu Hz. Ali: „Ich bin nicht wie einer von euch.“ Doch von Gott her bin auch ich ein Mensch wie ihr. Der Unterschied ist: „Mir wird auf dem Weg der Offenbarung (Vahiy) Kraft und Stärke gegeben“, sprach er. Im edlen Koran gebietet der 6. Vers der Sure Fussilat: „O Muhammad! Sage ihnen: Ich bin ein Mensch wie ihr. Mir wird offenbart, dass euer Gott ein einziger Gott ist; ich handle auf Befehl dieses Gottes.“ Aus der von Hz. Mevlana angegebenen Quelle geht klar hervor, dass Hz. Muhammad und Hz. Ali im Monat Muharrem 10 Tage gefastet haben. Zu den 10 Nächten des Muharrem, in denen Hz. Muhammad und Hz. Ali fasteten: Koranübertragung von Abdulkadir Gölpınarlı, Sure al-Fadschr (Fecr), Verse 1+2: „Bei dem anbrechenden Morgen und den zehn Nächten“. In der Übertragung von İsmail Hakkı Baltacıoğlu: „Um der zehn Nächte willen“. In der Übertragung von Yaşar Nuri Öztürk: „Bei den zehn Nächten“. Koranübertragung der Maarif-Bibliothek, Sure al-Fadschr, Vers 2: „Bei den dunklen 10 Nächten“. Die türkische Koranübertragung in Versform von Bedri Noyan Dede Baba, Sure al-Fadschr, Verse 1+2: „Sieh auf das Grauen des Tages, sieh wieder auf die zehn Nächte“. In der Koranübertragung von İsmail Hakkı İzmirli, Sure al-Fadschr, Vers 2: „Um der zehn Nächte willen“. Und in der Koranübertragung der Diyanet (des türkischen Präsidiums für Religionsangelegenheiten), Vers 1: „Bei dem Anbruch der Morgendämmerung“.

Als Ergebnis aller Untersuchungen haben Hz. Muhammad und auch Hz. Ali in den ersten zehn Tagen des Monats Muharrem gefastet. Wenn wir die uns vorliegenden Korane untersuchen, stoßen wir im Monat Zilhicce (Dhu l-Hiddscha) auf kein herausragendes heiliges Ereignis. Doch in einer einzigen Ausgabe der Diyanet steht: „Bei den ersten 10 Nächten des Monats Zilhicce“. Nach allen Untersuchungen ist bekannt, dass der heilige Monat der Monat Muharrem ist. Denn in der Zeit der Propheten vor Hz. Muhammad war der als heilig geltende Monat der Muharrem. Erst nach dem Beginn der Prophetenschaft Hz. Muhammads und nach der Hidschra wurde mit der Herabsendung des 185. Verses der Sure al-Baqara in Medina auch der Monat Ramadan als heilig angesehen. Eine Heiligkeit des Monats Ramadan vor dem Islam habe ich in keinem Geschichtsbuch gefunden, und ihr werdet sie auch nicht finden. Dass aber vor der Religion des Islam der Muharrem der heilige Monat war, schreiben alle Geschichtswerke.

Ich möchte den heutigen Religionsgelehrten und Wissenschaftlern Folgendes zur Beachtung vorlegen: Das Massaker von Kerbela wurde genau an diesem heiligen Tag verübt. Die von Hz. Muhammad gebrachte Religion blieb nach den vier Kalifen ganze 86 Jahre in den Händen dieser Feinde des Islam, dieser falschen Muslime. Und jede Schandtat und jeden Verrat, den sie begingen, versahen sie mit erfundenen Hadithen mit dem Etikett Hz. Muhammads, indem sie sagten, dies sei die Sunna Hz. Muhammads, und so ordneten sie die Religion des Islam neu nach ihren eigenen Glaubensvorstellungen aus der Zeit der Dschahiliyya. Gewiss haben sie an diesem gesegneten, heiligen Tag die Kinder des Propheten mit dem erbarmungslosesten, unmenschlichsten Unrecht getötet. Natürlich können sie von dem Tag, an dem sie das Massaker verübten, nicht sagen: Dies ist ein heiliger Tag. Würden sie die Heiligkeit des Muharrem nicht beseitigen, könnte sich die ganze muslimische Welt erheben. Denn würde man sie nicht fragen: „Wie kannst du an einem solchen heiligen Tag, in dem Monat, in dem der Krieg verboten ist, an diesem gesegneten Tag und Monat, dessen Heiligkeit durch Koranverse ausgedrückt ist, Krieg führen? Und dazu noch die Kinder unseres Propheten Hz. Muhammad ermorden, von dem wir Fürsprache erwarten!“ Würde man sie das nicht fragen? Würde man sich nicht erheben? Weil sie diese Gefahr sahen, ließen sie die gekauften Gelehrten jener Zeit sagen, diese Verse bezögen sich auf den Monat Zilhicce oder auf den Ramadan.

Ja, den 10 Nächten des Muharrem, die die Sure al-Fadschr heiligt, gaben sie sogar den Namen des Monats Zilhicce. Den 183. Vers der Sure al-Baqara, der für das Muharrem-Fasten herabkam, ließen sie als für das Ramadan-Fasten herabgekommen erklären. Von jenem Tag bis heute ist es so geblieben – aber warum will man, dass es so weitergeht? Das möchte ich die heutigen Religionsgelehrten fragen. Ihr habt mit diesen begangenen Feindseligkeiten und diesem Verrat nichts zu tun. Warum setzt ihr diese Irrtümer und Verleumdungen noch immer fort? Warum ehrt ihr Muawiya und Yezid, die Feinde der Religion des Islam, indem ihr sie „Hazrat“ nennt? Warum sagt ihr den Menschen nicht die Wahrheit?

Wenn wir auf die Weltgeschichte blicken, hat es in der Vergangenheit vieler Völker ähnliche Verrätereien und Irrtümer gegeben. Doch wir sehen, dass diese Menschen heute nicht mehr an denselben Irrtümern oder begangenen Verrätereien festhalten. Sie finden das, was den Bedingungen der Zeit am meisten entspricht und am richtigsten ist, und wenden es an. Warum retten wir Türken nicht diese unsere Religion, die jahrelang unter der Herrschaft des Verrats und der Irrtümer, die die Araber angewandt haben, stöhnt? Warum geht ein Teil derer, die sich noch immer für Muslime halten, so weit, einen anderen Teil als religionslos zu verachten, zu erniedrigen, ja sogar zu töten? Wie lange soll diese Blindheit, dieser Verrat noch andauern?

Bitte lasst uns versuchen, diesen 183. Vers sehr gut zu verstehen. Seht, was er sagt: „O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch an gezählten Tagen vorgeschrieben worden, so wie es den Leuten der Schrift vor euch vorgeschrieben wurde, damit ihr euch davor hütet, euch Allah zu widersetzen.“ Nun denkt bitte gut nach. Der zehnte Muharrem und der Monat Muharrem wurden schon vor dem Kommen der muslimischen Religion geheiligt, weil sie der Tag waren, an dem die früheren Propheten Rettung und Heil fanden. Wenn wir betrachten, was der Koran sagt, wurde es allen früheren Propheten vorgeschrieben. Und er erklärt deutlich, dass es danach auch Hz. Muhammad und seiner Gemeinde vorgeschrieben wurde. Hz. Muhammad und auch Hz. Ali haben, noch in Mekka, nach der Herabsendung der Sure ar-Rahman fortan jedes Jahr ihren Gottesdienst verrichtet. Das vorgeschriebene (farz) Fasten, von dem der 183. Vers spricht, ist also das im Monat Muharrem gehaltene Fasten.

Bevor das Fasten im Monat Ramadan überhaupt geboten war, soll sich Hz. Muhammad im Monat Muharrem in die Höhle Hira zurückgezogen und dort den Gottesdienst des Fastens vollendet haben. Am Ende soll er die Rettungssuppe des Propheten Noah gekocht und die Armen gespeist haben. Das Wort „Savm“, das in den mekkanischen Suren vorkommt, bedeutet auf Türkisch „Sükût“ (Schweigen), also kein Wort zu sprechen; das heißt, den Umgang mit den Menschen abzubrechen und Gottesdienst zu verrichten. Auch für die götzendienerischen Araber gibt es keine einzige Quelle, dass sie vor dem Islam gefastet hätten. Doch einige Leute aus dem Stamm der Quraisch (Kureyş) sollen sich in der Zeit der Dschahiliyya im Monat Muharrem für die Dauer eines Monats als „Tahannus“ (Sühne für die Sünden) auf den Berg Hira zurückgezogen und Gottesdienst verrichtet haben [1].

Nun kommt uns allen folgende Frage in den Sinn: Welches Fasten war den Propheten der Schrift vor Muhammad vorgeschrieben, von denen der Koranvers spricht? Die gezählten Tage vom ersten bis zum zehnten Muharrem? Oder das Ramadan-Fasten, das mit dem 185. Vers der Sure al-Baqara vorgeschrieben wurde, der herabkam, nachdem Hz. Muhammad zur Himmelsreise (Miraç) aufgestiegen und zurückgekehrt war, nach der Hidschra in Medina? Der Koran gibt an, dass die Sure al-Baqara in Medina herabkam. Die Hidschra Hz. Muhammads von Mekka nach Medina datiert nach gregorianischem Kalender auf 621. Man sieht also, dass der Vers, der das Ramadan-Fasten vorschreibt, nach der Hidschra kam. Die Heiligkeit des Monats Muharrem reicht in viel frühere Zeiten zurück. Der 183. Vers erklärt es ganz deutlich: „O ihr Menschen! Das Fasten ist euch an gezählten Tagen vorgeschrieben worden, so wie es den Leuten der Schrift vor euch vorgeschrieben wurde, damit ihr euch davor hütet, euch Allah zu widersetzen.“ Ich bin der Überzeugung, dass es Verrat am Koran und am Islam ist, diesen Vers, der für das Muharrem-Fasten herabkam, auf das Ramadan-Fasten hin auszulegen. Wenn wir das Ramadan-Fasten betrachten:

Nach dem Koran wurde der Monat Ramadan geheiligt, weil er der Monat ist, in dem Hz. Muhammad die erste Offenbarung empfing. Aus diesem Grund weist der Koran darauf hin, dass er ein heiliger Monat ist. Die Gelehrten und Historiker hingegen berichten: Abu Sufyan zog im Monat Ramadan mit einem Heer von 3000 Mann gegen Medina, um Hz. Muhammad und das Muslimsein zu vernichten. Hz. Muhammad war erst seit einem Jahr in Medina und hatte weder Soldaten noch ein Heer. Doch mit einer zusammengebrachten Schar von 300 glaubensfesten Zivilisten und durch die Kraft des erhabenen Allah vernichtete er das bewaffnete Heer Sufyans von 3000 Mann. Zahlreiche führende Götzendiener Mekkas verloren in dieser Schlacht von Badr ihr Leben. Hz. Muhammad errang seinen ersten Sieg im Monat Ramadan. Deshalb sagen die Historiker und Wissenschaftler: „Wäre die Schlacht von Badr im Ramadan nicht wie durch ein Wunder gewonnen worden, gäbe es andernfalls weder Muhammad noch die Religion des Islam. Deshalb ist der Monat Ramadan heilig geworden.“

Sehen wir nun auch, was der Koran über die Heiligkeit des Monats Ramadan und sein Fasten sagt. Die Sure al-Baqara, Vers 185, gebietet wörtlich: „Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen und als klare Beweise, die das Richtige vom Falschen unterscheiden, herabgesandt wurde. Wer von euch diesen Monat erlebt, der soll in ihm fasten. Wer krank oder auf Reisen ist, soll eine gleiche Anzahl anderer Tage fasten wie die Tage, die er nicht fasten konnte. Allah will euch Erleichterung, nicht Erschwernis. Diese Erleichterungen hat Er rechtmäßig gemacht, damit ihr Ihn dafür preist, dass Er euch rechtgeleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein.“ Wenn ihr aufmerksam seid: Die Formulierungen des Verses über das Ramadan-Fasten und der Verse über das Muharrem-Fasten sind sehr verschieden voneinander.

In den Versen über das Muharrem-Fasten heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch an gezählten Tagen vorgeschrieben worden, so wie es den Leuten der Schrift vor euch vorgeschrieben wurde, damit ihr euch davor hütet, euch Allah zu widersetzen.“ Dieser Vers ist allein für das Muharrem-Fasten.

Der 185. Vers über den Monat Ramadan und sein Fasten: „Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen und als klare Beweise, die das Richtige vom Falschen unterscheiden, herabgesandt wurde. Wer von euch diesen Monat erlebt, der soll in ihm fasten.“

Zusammenfassend habe ich die gebietenden Sätze der Verse niedergeschrieben, die zu diesen beiden Fasten herabkamen und unterschiedliche Formulierungen und Bedeutungen tragen; der Rest ist Detail. Diese Verse, die mit unterschiedlichen Formulierungen unterschiedliche Botschaften geben, hat man mittels einer scheinbar rechtmäßigen List (hile-yi şer) auf das Ramadan-Fasten hin vereinigt. Ihre Absicht war, die Heiligkeit des Monats Muharrem und des Muharrem-Fastens zu beseitigen. Wenn ihr fragt, warum: um die Massaker und die Feindschaft zu legitimieren, die Muawiya, der verfluchte Yezid und Marwan – und damit die Umayyaden – in ihrer 86-jährigen Kalifatszeit gegen die Nachkommenschaft Hz. Muhammads und gegen den Islam verübt haben.

Selbstverständlich sind beide Fasten durch Koranverse verkündete Pflichtfasten (farz). Gläubige Menschen können dagegen keinen Einwand haben. Allerdings halten die Aleviten das Ramadan-Fasten nicht 30 Tage lang. Bewusste Aleviten fasten drei Tage, vor und nach der Nacht der Bestimmung (Kadir Gecesi). Das Ramadan-Fest (Ramazan Bayramı) begehen sie überhaupt nicht. Den Grund dafür! habe ich am 08.08.2020, als ich das Ereignis von Gadir Hum schilderte, ganz klar und deutlich dargelegt. Ich halte es nicht für nötig, es noch einmal zu erklären. Umgekehrt fasten auch die Sunniten nicht im Muharrem. Sie halten das Gedenken an das Massaker an den Kindern unseres Propheten in Kerbela nicht lebendig. Man hat nie gesehen, dass sie eine Mevlid-Feier, einen Gottesdienst oder einen Gedenktag abhielten. Nur einige Familien kochen in diesem Monat Aşure (Aschura-Süßspeise), auch wenn sie den Tag und seine Bedeutung nicht kennen. Wenn wir fragen, sagen sie: „Meine Mutter hat sie gekocht und uns gesagt: Kocht sie auch jedes Jahr, es ist verdienstvoll – und so kochen wir sie auch.“ So haben die Umayyaden die von Hz. Muhammad gebrachte Religion des Islam auf unglaubliche Weise in ihr Gegenteil verkehrt. Diejenigen, die wir verfluchen, sind die Yezids jener Zeit, die die Nachkommenschaft Hz. Muhammads verraten und das Massaker von Kerbela verübt haben. Die heutige Gesellschaft hat mit dieser Aussage keinesfalls etwas zu tun.

Ich wende mich an unsere alevitische Gemeinschaft. Das Fasten ist der heiligste Gottesdienst. Heute ist der erste Tag des Monats Muharrem und seines Fastens. Lasst uns solche heiligen Werte bewahren. In all unseren Cemevis und überall soll der Wert, auf den wir jeden Abend bei den Diensten zum Fastenbrechen achten, darin bestehen, einen Armen, eine Waise zu erfreuen. Sucht arme Familien auf, findet sie und helft ihnen. Das ist ein heiliger Dienst. Mein Wort richtet sich an die Aleviten, die glauben und gläubig sind: Legt an eurer Tafel zum Fastenbrechen einen Anteil für einen Bedürftigen beiseite, gebt ihm einen Platz. Erfreut das Herz des Armen und der Waise, macht sie froh, damit das Fasten, das du hältst, und das Gebet, das du sprichst, vor Gott angenommen werden. O mein Herr, das Fasten, das wir gehalten haben, und die Gebete, die wir gesprochen haben, widmen wir vor allem den Seelen Hz. Muhammads, seiner Ehlibeyt und der Märtyrer von Kerbela. Nimm sie in Deiner herrlichen Gegenwart an. Lass unsere Mühen nicht vergeblich sein, schließe uns nicht aus von der Fürsprache Hz. Muhammads, vom Weg und Erkân der Ehlibeyt, o mein Herr. Mit Liebe und Zuneigung (Aşkı Muhabbetle). Vorgetragen am 20.08.2020 auf Düzgün TV.

Kürreyi arz’sın habibi kibriyasın ya Hüseyin
Nuri çeşmi şahi Merdan Mürtazasın ya Hüseyin
Hem ciğer paresin Fatima’tul Zöhre hayri nisasın
Ehlibeyti müctebayı Ali’yi Ebasın ya Hüseyin

Du bist die Erdkugel, du bist der Geliebte der Erhabenheit, o Hüseyin,
das Licht des Auges des Königs der Helden, Murtazas, bist du, o Hüseyin,
das Herzstück bist du Fatima-tüz-Zehras, der Besten der Frauen,
der Erwählte der Ehlibeyt, Alis vom Mantel (Ali-yi Aba) bist du, o Hüseyin.

(Vedduha Velleyl) denildi validen hakkında çün
Cüzü Kuran, zatı padişahı enbiyasın ya Hüseyin
Sana didayı gül ile dokunan hiç umarmı mağfiret
Goncayı gülşen sarayı M. Mustafasın ya hüseyin

Da über deinen Vater (die Verse) „Ved-duha“ und „Vel-leyl“ gesprochen wurden,
bist du ein Teil des Korans, das Wesen des Herrschers der Propheten, o Hüseyin.
Kann, wer dich auch nur mit einem Rosenblick verletzt, je auf Vergebung hoffen?
Die Rosenknospe im Rosengarten-Palast M. Mustafas bist du, o Hüseyin.

Ehli mahşer desdi Haydar’dan içerken kevseri
Sen susuzluk’dan deşti Kerbelasın ya Hüseyin
Sedhazaran lanet olsun ol Yezidin canına
Nice kıydılar sana Nuri hudasın ya Hüseyin
Kıl şefaat Arife ceddin Muhammed aşkına
Arşı mahşerde makbuldür rican senin ya Hüseyin

Während die Menschen des Jüngsten Gerichts aus Haydars (Alis) Hand den Kevser trinken,
bist du der vor Durst Verschmachtete der Ebene von Kerbela, o Hüseyin.
Hunderttausendfacher Fluch sei auf die Seele jenes Yezid!
Wie konnten sie dich hinmorden – du bist das Licht Gottes, o Hüseyin.
Gewähre Arif Fürsprache um der Liebe zu deinem Ahnen Muhammad willen;
am Thron des Jüngsten Gerichts wird deine Fürbitte angenommen, o Hüseyin.

Tischgebet (Sofra Duası)

Bismillahirrahmanırrahim, Bismi Şah Allah, Allah.

(Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen; im Namen des Schahs, Allah, Allah.) Mein erhabener Allah, der Du dieses ganze Universum erschaffen hast: Dafür, dass Du uns gewährt hast, dieses Muharrem-Fasten und die Trauer um Kerbela zu halten, sei Dir Dank und Lobpreis. Segen und Friede sei Deinen Propheten, Deinen Gottesfreunden, Deinen Erenler und Deinen Heiligen. Mögen die Seelen der Märtyrer von Kerbela durch Dein göttliches Licht erleuchtet und mit Deiner Fürsprache belohnt werden, o mein Herr. Um der Seelen der Erenler, der Heiligen und der Märtyrer von Kerbela willen: Nimm das Fasten, das wir gehalten haben, die Lokma-Gaben, die wir gegeben haben, und die Gebete, die wir gesprochen haben, in Deiner herrlichen Gegenwart an, o mein Herr.

Elhamdülillah, Elhamdülillah, Elhamdülillah (Gelobt sei Allah). Möge es die Tafel der Erenler sein, die Lokma des Pirs. Möge es denen, die essen, erlaubt (helal) sein, und für die, die zu essen gaben, möge es um der Seelen der Märtyrer von Kerbela willen eine Lokma Gottes sein. Dies ist gegangen, möge sein Reichtum (gani) wiederkommen. Möge Hak-Muhammed-Ali seinen Segen geben. Möge dorthin, wohin es gegangen ist, kein Gram und kein Kummer kommen. Mögen die Hände und Füße derer, die es verdient und herbeigebracht, gekocht und aufgetragen haben, kein Leid sehen, und ihre Herzen keinen Kummer. Möge der erhabene Mevla uns die Wünsche unserer Zunge und die Anliegen unseres Herzens gewähren. Möge der erhabene Allah, der dieses Universum erschaffen hat, unsere Mühen nicht vergeblich sein lassen und unsere Gebete und die Lokmas, die ihr zu essen gegeben habt, in Seiner herrlichen Gegenwart annehmen. O mein erhabener Allah! Die Lokmas, die wir gegeben, und die Gebete, die wir gesprochen haben, widmen wir auch den Seelen der Märtyrer von Kerbela und aller Märtyrer, die ihr Leben für das Heil der Menschheit gegeben haben; nimm sie in Deiner herrlichen Gegenwart an. Erfreue ihre Seelen und mache das Paradies zu ihrer Wohnstatt. O mein Herr! Das Wort sei von uns, die Hilfe von Hüseyin, dem König der Märtyrer der Ebene von Kerbela, die Fürsprache von Hz. Muhammad Mustafa. Die Annahme unseres Gebets sei vom erhabenen Allah. Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Segen und Friede sei Seinen Propheten. Esselatu vesselam aleyke ya Resulullah. Esselatu vesselam aleyke ya Hüseyin’i deşti Kerbela. (Segen und Friede sei mit dir, o Gesandter Allahs. Segen und Friede sei mit dir, o Hüseyin der Ebene von Kerbela.) Um des Rechts der Lokma willen, um der Ehre der Tafel willen, um der Großmut der Erenler willen, um des Atems (dem) der Freigebigen willen. Gerçeğe hüü mümine ya Ali. (Hu für die Wahrheit, ya Ali für den Gläubigen.)

Absichtsgebet für das Muharrem-Fasten (Niyet Duası)

„Bismillahirrahmanırrahim. Bismi Şah, Allah, Allah! Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Segen und Friede sei all Seinen Propheten. Mögen die Seelen derer, die in der Nachkommenschaft und auf dem Weg der Ehlibeyt zu Märtyrern wurden, erfreut sein. O mein erhabener Allah! Dafür, dass Du mir gewährt hast, dieses Muharrem-Fasten und die Trauer um Kerbela zu halten, sei Dir Dank und Lobpreis. Ich habe um Allahs Wohlgefallen willen die Absicht gefasst, das heutige Muharrem-Fasten und die Trauer um Kerbela zu halten. O mein Herr, lass mich zu den Geduldigen gehören, nimm mein Gebet und mein Fasten in Deinem erhabenen Diwan an. Gerçeğe Hüü …


[1] Geschichte des Islam (İslam tarihi), Band 1, Seite 202. Prof. Dr. Philip K. Hitti. Übersetzt von Prof. Dr. Salih Tuğ.

DIE PHILOSOPHIE DES SUFISMUS: Sei kostbar wie das Wasser!

Die Lehre, die man aus dem Wesen des Wassers ziehen kann:
Denke an ein Wasser, das vom Berg herabfließt! Um zu fließen, wählt es den Weg des geringsten Widerstands. Und wenn sich ihm ein Hindernis oder ein Fels in den Weg stellt? Es gibt seinen Weg nicht auf, es müht sich nicht mit dem Fels ab. Es kämpft nicht mit dem Fels, sondern fließt um ihn herum und setzt seinen Weg fort. Inspiriert von diesem Wesen des Wassers sagen die Sufis: „Mühe dich nicht mit den Menschen ab, die sich mit dir abmühen. Wenn du dich mit ihnen abmühst, bleibst du mit ihnen am selben Ort. Geh um sie herum und setze deinen Weg fort.“
Nehmen wir an, vor einem Wasser, das vom Berg fließt, taucht ein großer Fels auf. Und es gibt auch keinen Weg, um ihn herumzufließen. Was tut es dann? Es sammelt sich, staut sich, wird mehr und fließt über ihn hinweg.
Und wenn auch das nicht geht, versucht es mit Geduld, den Fels Tropfen für Tropfen zu durchbohren. Nicht die Kraft des Wassers durchbohrt den Fels, sondern die Beständigkeit der Tropfen. Und das nennt man Geduld.
Geduld zu üben heißt nicht, untätig an seinem Platz sitzen zu bleiben. Geduld! Das ist die Fähigkeit, sich im Dorn die Rose, in der Dunkelheit der Nacht den Tag vorzustellen.
Das Wesen des Wassers lehrt, dass man selbst das Unmögliche erreichen kann und wie richtig es dafür ist, geduldig und beständig zu sein.
Das Wasser, das den Fels durchbohrt hat, setzt natürlich wieder seinen Weg fort. Wasser fließt immer, ist in Bewegung und arbeitet. Es weiß, dass es, indem es fließt, sich reinigt und reinigt. Manchmal bilden sich in kleinen Tümpeln Wasseransammlungen. Wasser, das nicht fließt, trübt sich und verschmutzt. Wenn es lange in jenem Tümpel steht, sammelt sich Schmutz darauf, es wird zu Schlamm und beginnt zu stinken.
Deshalb sagen die Erenler und Sufis: Verschmutze nicht wie das Wasser im Tümpel. Fließe beständig wie fließendes Wasser, erneuere dich jeden Tag, immerzu. Lass nicht zwei deiner Tage gleich sein. Immer vorwärts, erneuere dich immer, lass das Gestern beim Gestern, sieh zu, etwas Neues zu lernen. Das Wasser fürchtet sich nie vor Bewegung, vor dem Fließen, vor Veränderung.
Die Menschen aber, auch wenn sie sagen, dass sie die Veränderung lieben, fürchten sich in Wahrheit sehr vor ihr. Wenn wir an die Verwandlung des Wassers denken! Manchmal wird es Regen, manchmal Schnee, manchmal Eis. Manchmal wird es Dampf und steigt zum Himmel, wird Regen, wird Schnee, kommt auf die Erde herab und wird Wasser. In seinem Wesen ändert sich nichts. Überall ist es klar und durchsichtig, es wechselt seine Farbe nicht. Es teilt. Es nährt. Es nährt die Menschen, die Tiere und die Natur. Es ist die Urquelle alles Lebendigen und Unbelebten. Es ist der stärkste Hervorbringer. Überall, wo Wasser ist, ist Leben. Eben wegen dieses natürlichen Wesens des Wassers sagen die Erenler und Sufis zueinander: „Sei kostbar wie das Wasser.“
Schams-i Tabrizi (Şems’i Tebrizi)

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Über den Autor: Seyit Derviş Tur Dede

Geboren 1936 in Başköy (Çayırlı, Erzincan) in einer Seyyid-Familie, die dem Babamansur-Ocak (Şah Mansur) angehört. Er ist Mitbegründer und erster Vorsitzender (1990–1993) der Föderation der Alevitischen Gemeinden, des Vorläufers der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF). Von 1994 bis 2003 leitete er den Dede-Rat der Föderation. Er ist Autor der Bücher Erkânname (2002) und Avrupa’da İlk Alevi Yapılanması (Die erste alevitische Organisation in Europa, 2016); seine Arbeiten werden in akademischen Veröffentlichungen von Forschern wie Martin Sökefeld, Zeynel Gül, Burak Gümüş und Bülent Keleş als Quelle zitiert.

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Übersetzung aus dem türkischen Original von Seyit Derviş Tur.