Die Zwölf Imame der Aleviten – Namen, Beinamen und Leben

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Kurz gesagt: Die Zwölf Imame des alevitischen Glaubens sind Hz. Ali und nach ihm Imam Hasan, Imam Hüseyin (Husain), Zeynel Abidin, Muhammed Bakır, Cafer-i Sadık, Musa-i Kâzım, Ali Rıza, Muhammed Taki, Ali Naki, Hasan Askeri und Muhammed Mehdi. Auf dieser Seite finden Sie die Namen, Beinamen und kurze Angaben zu den zwölf Imamen; jeder Name führt zur ausführlichen Darstellung von Seyit Derviş Tur Dede im Erkânname.

Der folgende Text ist dem Buch Erkânname von Seyit Derviş Tur Dede entnommen. Für eine allgemeine Einführung: Was ist das Alevitentum?

Wer sind die Zwölf Imame?

Die Zwölf Imame sind zwölf geistliche Führer aus dem Ehlibeyt (Ahl al-Bayt, die Familie des Propheten) des Propheten Muhammad, Nachkommen von Hz. Ali und Hz. Fatıma, die im alevitischen Glauben als „Beweis (Hüccet) Gottes auf Erden“ gelten. Die Aleviten kennen den Propheten Muhammad, Hz. Ali und die Zwölf Imame als die Großen des Weges; in den Cem-Gottesdiensten gedenken sie ihrer mit Düvazdeh-Imam-Liedern (Hymnen auf die Zwölf Imame), und im Muharrem trauern sie um sie und insbesondere um die Märtyrer von Kerbela.

Seyit Derviş Tur Dede hat in der erweiterten dritten Auflage seines Buches Erkânname auf Wunsch seiner Leser nicht nur die Geburts- und Todesdaten jedes Imams angegeben, sondern auch dargelegt, unter welchen umayyadischen und abbasidischen Kalifen sie lebten und wie sie den Märtyrertod erlitten. Jeder der folgenden Links führt zum entsprechenden Abschnitt dieser Darstellung.

Die Zwölf Imame: Namen und kurze Angaben

1. Hz. Ali
Ali’yel Murtaza, Şah-ı Merdan
Cousin und Schwiegersohn des Propheten Muhammad; vierter Kalif. In Kufa ermordet (Märtyrertod), in Nadschaf (Necef) bestattet.
2. Imam Hasan
Hasan-ı Mücteba
Älterer Sohn von Hz. Ali und Hz. Fatıma. Er überließ das Kalifat durch einen an Bedingungen geknüpften Vertrag Muawiya; 670 wurde er in Medina vergiftet.
3. Imam Hüseyin
Şehid-i Kerbela
Er verweigerte Yazid den Treueid; am 10. Muharrem 680 wurde er in Kerbela zusammen mit 73 Märtyrern getötet.
4. Imam Zeynel Abidin
Seccad
Der einzige männliche Nachkomme, der Kerbela überlebte; bekannt für seine Predigt vor Yazid in Damaskus.
5. Imam Muhammed Bakır
Bâkırü’l-ulûm
Mütterlicher- wie väterlicherseits aus dem Ehlibeyt; bekannt für die Tiefe seines Wissens. 735 in Medina vergiftet.
6. Imam Cafer-i Sadık
Sadık
Der Imam, nach dem die dschafaritische Rechtsschule benannt ist und der im alevitischen Glauben als Quelle des Weges und des Erkân (Ritualordnung) gilt.
7. Imam Musa-i Kâzım
Kâzım
Bekannt für seine geduldige und vergebende Art, die ihren Zorn bezwingt; unter Harun ar-Raschid starb er im Kerker den Märtyrertod.
8. Imam Ali Rıza
Rıza
Von al-Ma’mun gegen seinen Willen zum Thronfolger erklärt; in Tus (Maschhad) vergiftet.
9. Imam Muhammed Taki
Cevad
Als sein Vater getötet wurde, war er acht Jahre alt; in jungen Jahren wurde er in Bagdad vergiftet.
10. Imam Ali Naki
Hâdi
Verbrachte den größten Teil seines Lebens in Samarra unter abbasidischer Überwachung.
11. Imam Hasan Askeri
Askeri, Zeki
Lebte unter Bewachung im Militärviertel von Samarra; mit 28 Jahren starb er den Märtyrertod.
12. Imam Muhammed Mehdi
Hüccet, Kâim
Seine Geburt wurde geheim gehalten; mit ihm verbinden sich die Zeiten der Kleinen Verborgenheit (Gaybet-i Suğra) und der Großen Verborgenheit (Gaybet-i Kübra).

Hinweis: Wie auch im Buch vermerkt, geben Historiker die Geburts- und Todesdaten der Imame unterschiedlich an; die Jahreszahlen sind als ungefähre Angaben zu verstehen.

Die Vierzehn Unschuldigen und die Siebzehn Kemerbest

Die Kinder aus der Nachkommenschaft der Zwölf Imame, die im Kindesalter den Märtyrertod erlitten, werden als die Vierzehn reinen Unschuldigen (On Dört Masum-u Pak) verehrt. Zu diesen Begriffen des alevitischen Glaubens: Die Vierzehn Unschuldigen und die Siebzehn Kemerbest.

Kerbela und Muharrem

Der Wendepunkt in der Geschichte der Zwölf Imame ist der Märtyrertod von Imam Hüseyin in Kerbela. Einzelheiten: Kurzfassung der Ereignisse von Kerbela und Der Monat Muharrem und die Heiligkeit des Fastens.

Quelle: Seyit Derviş Tur, Erkânname – Aleviliğin İslam Yorumu ve Alevi Erkânları (Die Islamauslegung des Alevitentums und die alevitischen Riten), erweiterte 3. Auflage (ISBN 975-6791-52-7).

Weitere Beiträge zum Alevitentum

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Geschichte: Ehlibeyt, Gadir Hum und Kerbela

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Auf Deutsch: Alevitentum: Grundlagen, Glaube und zentrale Begriffe · Geschichte der Aleviten-Organisation in Deutschland

Über den Autor: Seyit Derviş Tur Dede

Geboren 1936 in Başköy (Çayırlı, Erzincan) in einer Seyyid-Familie, die dem Ocak (geistliche Abstammungslinie) Babamansur (Şah Mansur) angehört. Er ist Mitbegründer und erster Vorsitzender (1990–1993) der Föderation der Alevitischen Gemeinden, der Vorläuferin der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF). Von 1994 bis 2003 leitete er den Rat der Dedes innerhalb der Föderation. Er ist Autor der Bücher Erkânname (2002) und Avrupa’da İlk Alevi Yapılanması (Die erste alevitische Organisation in Europa, 2016); seine Arbeiten werden in akademischen Veröffentlichungen von Forschern wie Martin Sökefeld, Zeynel Gül, Burak Gümüş und Bülent Keleş als Quelle angeführt.

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Übersetzung aus dem türkischen Original von Seyit Derviş Tur.